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Was ist ein Narzisst?

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Ein Narzisst ist jemand, der unter einer Persönlichkeitsstörung namens Narzissmus leidet. Ein Narzisst zeichnet sich durch ein übermäßiges Interesse an sich selbst, einem aufgeblähten Ego, dem Bedürfnis nach Bewunderung von anderen und einem Mangel an Empathi für die Bedürfnisse und Gefühle anderer Menschen aus. Ein Narzisst neigt dazu, seine eigenen Fähigkeiten und Leistungen übermäßig zu betonen. Ein Narzisst hat oft Fantasien von unbegrenztem Erfolg, Macht, Schönheit oder idealer Liebe.

Es ist wichtig zu beachten, dass es einen Unterschied zwischen einem gewissen Maß an Narzissmus, das in vielen Menschen vorhanden ist, und einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung gibt. Während einige narzisstische Eigenschaften in der Persönlichkeit normal sein können, wird die Diagnose einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung normalerweise nur dann gestellt, wenn diese Eigenschaften zu erheblichen Funktionsbeeinträchtigungen und zwischenmenschlichen Problemen führen.

Menschen mit narzisstischen Persönlichkeitsstörungen können in sozialen Beziehungen oft Schwierigkeiten haben, da sie dazu neigen, andere zu dominieren, wenig Empathie zeigen und sich schwer tun, die Bedürfnisse anderer zu erkennen oder angemessen darauf zu reagieren. Es ist wichtig zu betonen, dass nicht alle selbstbewussten oder egoistischen Menschen notwendigerweise unter einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leiden. Es erfordert eine gründliche psychiatrische Diagnose, um eine solche Störung festzustellen.

Narzissmus – Klassifikation nach ICD-10

Die Internationale Klassifikation der Krankheiten, 10. Revision (ICD-10), ist eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelte und weltweit verwendete Klassifikation von Krankheiten und Gesundheitsproblemen. In der ICD-10 wird die narzisstische Persönlichkeitsstörung unter den Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen (F60-F69) klassifiziert.

Speziell wird die narzisstische Persönlichkeitsstörung unter der Kategorie F60.8 „Sonstige spezifische Persönlichkeitsstörungen“ subsumiert. Der genaue Code für die narzisstische Persönlichkeitsstörung lautet F60.81. Es ist wichtig zu beachten, dass die ICD-10 eine umfassende Klassifikation von Krankheiten ist und nicht nur psychiatrische Störungen abdeckt. Die Kategorie F60 umfasst verschiedene spezifische Persönlichkeitsstörungen, darunter auch den Narzissmus.

Es ist jedoch ratsam, bei Fragen zur Diagnose und Klassifikation spezifischer psychischer Störungen Fachleute wie Psychiater oder Psychologen zu konsultieren, da sie in der Lage sind, eine genaue Diagnose auf der Grundlage von klinischen Beobachtungen und Beurteilungen zu stellen.

Wie gehe ich am besten mit einem Narzissten um?

Der Umgang mit einem Narzisst kann eine Herausforderung darstellen, da narzisstische Persönlichkeitsmerkmale oft von einem übermäßigen Bedürfnis nach Bewunderung, einem Mangel an Empathie und einer Tendenz zur Dominanz in sozialen Interaktionen begleitet werden. Es gibt jedoch einige Strategien, die helfen können, mit einem Narzisten umzugehen, ohne dabei die eigene Gesundheit und Wohlbefinden zu vernachlässigen.

Erstens ist es wichtig, Grenzen zu setzen und diese konsequent aufrechtzuerhalten. Narzissten neigen dazu, die Bedürfnisse und Gefühle anderer zu übergehen, also ist es entscheidend, klare Grenzen zu setzen und sich selbst zu schützen. Das kann bedeuten, „Nein“ zu sagen, wenn es notwendig ist, und sich nicht von manipulativem Verhalten beeinflussen zu lassen.

Zweitens ist es hilfreich, realistische Erwartungen zu haben. Narzissten neigen dazu, ihre eigenen Interessen über alles andere zu stellen. Es ist wichtig zu akzeptieren, dass die Bedürfnisse anderer für sie oft von geringer Bedeutung sind. Realistische Erwartungen helfen dabei, Frustrationen zu vermeiden und die emotionale Belastung zu minimieren.

Drittens ist Empathie gegenüber dem Narzissten wichtig, ohne dabei die eigenen Bedürfnisse zu vernachlässigen. Das bedeutet nicht, dass man manipulatives Verhalten tolerieren sollte, aber das Verständnis für die Hintergründe des narzisstischen Verhaltens kann zu einem besseren Umgang beitragen. Gleichzeitig ist es entscheidend, sich selbst zu schützen und sich nicht von den Emotionen des Narzissten vereinnahmen zu lassen.

Schließlich kann der Austausch mit Unterstützungsnetzwerken, sei es Freunde, Familie oder Fachleute, hilfreich sein. Der Umgang mit einem Narzisten kann emotional belastend sein, und der Rückhalt durch andere Menschen kann dazu beitragen, die eigene Stabilität zu bewahren.

Insgesamt erfordert der Umgang mit einem Narzissten Fingerspitzengefühl, Selbstbewusstsein und die Fähigkeit, gesunde Grenzen zu setzen. Es ist wichtig zu betonen, dass in manchen Fällen professionelle Hilfe notwendig sein kann, insbesondere wenn die Beziehung stark belastend ist oder wenn es zu schwerwiegenden emotionalen Konflikten kommt.

Narzissmus – Ursachen

Die genauen Ursachen für narzisstische Persönlichkeitsstörungen sind komplex und können nicht auf einen einzelnen Faktor zurückgeführt werden. Es wird angenommen, dass eine Kombination von genetischen, neurobiologischen, psychologischen und Umweltfaktoren zur Entwicklung von narzisstischen Persönlichkeitsmerkmalen beitragen kann. Hier sind einige der potenziellen Ursachen:

Genetische Faktoren: Es gibt Hinweise darauf, dass genetische Veranlagungen eine Rolle bei der Entwicklung von Persönlichkeitsstörungen, einschließlich narzisstischer Persönlichkeitsstörungen, spielen können. Menschen, deren Familien eine Geschichte von Persönlichkeitsstörungen aufweisen, könnten ein erhöhtes Risiko haben, selbst betroffen zu sein.

Umweltfaktoren: Die Umwelt, insbesondere in der Kindheit, spielt eine wichtige Rolle. Traumatische Ereignisse, Vernachlässigung oder übermäßiges Lob und Überhäufung mit Bewunderung können die Entwicklung von narzisstischen Merkmalen beeinflussen.

Elterliche Erziehung: Bestimmte Erziehungsstile, insbesondere übermäßige Überfürsorglichkeit oder umgekehrt, Vernachlässigung, können die Entwicklung von narzisstischen Persönlichkeitsmerkmalen begünstigen. Zum Beispiel könnten Kinder, die immer wieder überhöhtes Lob erhalten, Schwierigkeiten haben, realistische Selbsteinschätzungen vorzunehmen.

Neurobiologische Faktoren: Es gibt Untersuchungen, die darauf hinweisen, dass bestimmte neurobiologische Unterschiede bei Menschen mit narzisstischen Persönlichkeitsstörungen vorliegen könnten, aber diese Forschung ist noch in einem frühen Stadium.

Persönlichkeitsentwicklung: Einige Theorien postulieren, dass narzisstische Persönlichkeitsmerkmale als eine Art Bewältigungsmechanismus entstehen können, um mit tief verwurzelten Unsicherheiten und Selbstwertproblemen umzugehen.

Es ist wichtig zu betonen, dass nicht alle Menschen mit narzisstischen Merkmalen notwendigerweise unter einer Persönlichkeitsstörung leiden. Es ist die Kombination von bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen und deren Auswirkungen auf das alltägliche Leben, die zu einer diagnostizierten narzisstischen Persönlichkeitsstörung führen würde. Die genaue Ursachenforschung ist komplex, und es gibt noch viel zu lernen, um ein umfassendes Verständnis für diese Störung zu entwickeln.

Bin ich ein Narzisst? Machen Sie den Selbsttest

Es ist wichtig zu beachten, dass ein Selbsttest keine professionelle Diagnose ersetzen kann. Wenn Sie denken, dass Sie oder jemand, den Sie kennen, unter narzisstischen Merkmalen leiden könnte, ist es ratsam, professionelle Hilfe von einem Psychologen oder Psychiater in Anspruch zu nehmen.

Hier sind einige Fragen, die Menschen sich stellen können, um mögliche narzisstische Merkmale zu erkennen. Es ist wichtig zu beachten, dass das Vorhandensein einiger dieser Merkmale nicht notwendigerweise auf eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hinweist. Eine professionelle Beurteilung ist erforderlich, um eine genaue Diagnose zu stellen.

Erfolgsfixierung: Neige ich dazu, mich übermäßig auf Erfolg, Macht oder Schönheit zu konzentrieren, um meine Selbstachtung aufrechtzuerhalten?

Übertriebene Selbstwertschätzung: Habe ich eine übermäßig aufgeblähte Vorstellung von meiner eigenen Bedeutung und erwarte, dass andere mich bewundern?

Mangel an Empathie: Fällt es mir schwer, mich in die Gefühle und Bedürfnisse anderer Menschen einzufühlen?

Ausnutzung anderer: Nutze ich andere aus, um meine eigenen Ziele zu erreichen, ohne Rücksicht auf ihre Bedürfnisse?

Neid auf andere: Fühle ich mich oft neidisch auf andere und denke, dass sie nicht meinen vermeintlich hohen Standards entsprechen?

Arrogantes Verhalten: Zeige ich ein arrogantes Verhalten gegenüber anderen und betrachte mich als überlegen?

Wenn Sie feststellen, dass mehrere dieser Merkmale auf Sie zutreffen und Sie sich Sorgen machen, könnte es hilfreich sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein erfahrener Therapeut kann Ihnen dabei helfen, Ihre Gedanken und Verhaltensweisen zu verstehen und konstruktivere Wege der zwischenmenschlichen Interaktion zu entwickeln.

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